Wie Brotweizen in der Mühle zu Mehl verarbeitet wird :

Aus Mehl wird unser Grundnahrungsmittel Nr. 1 hergestellt:

Über 300 Brotsorten und 1.200 Arten von Klein- und Feingebäck

Wir zeigen wie heute aus unseren Weizenkörnern Mehl hergestellt wird :

Ein Getreidekorn ist kompliziert aufgebaut:

Frucht-und Samenschale Keimling
Eiweiß

Mineral-
stoffe
Ballast-
stoffe
Vita-
mine

Fett
Vitamine

Mehlkörper

Stärke, Eiweiß

Weil die Körner in der Mühle nicht nur einfach zerkleinert werden, sondern das Ziel der Müllerei darin besteht, die drei
wichtigsten Kornbestandteile :
Schale, Keimling und Mehlkörper
voneinander zu trennen, sind zahlreiche Arbeitsgänge erforderlich :

Voneinander getrennt:

Die 3 Kornbestandteile :

Schalen
(= Kleie)
Keime ganze Weizenkörner Mehl
Nach dem Verkauf des Getreides wird es ausgelagert.
Ziel: die
Schiffsverladung
am nahegelegenen Mittellandkanal in Hannover - Linden oder Kohlenfeld.
Getreide wird ausgelagert und verladen
Blick in das Innere eines Binnenschiffs Unser Getreide wird in ein Schiff verladen. Dabei wird nochmals streng kontrolliert, ob die von der Mühle verlangten Qualitätsmerkmale sicher erreicht werden.
Voll mit Weizen beladenes Schiff Ein Schiff wird mit Weizen beladen
An der Mühle angekommen werden die Getreideschiffe nach der Wareneingangs -kontrolle entladen. Der Brotweizen wird gewogen,
grob gereinigt und
in Silos eingelagert.
Im Labor der Mühle werden die Qualitäts -faktoren des Korns sowie der Mehle und in der Versuchsbäckerei sogar deren Backeigenschaften untersucht.
Die Mühle legt beim Getreideeinkauf Wert auf Qualitäten und Sorten, aus denen sich gute Gebäcke herstellen lassen. Sie kann Getreidepartien gezielt mischen, um gleichmäßige Qualitäten zu sichern oder Mehle für spezielle Backwaren zu mahlen

Aspirateur

Der Aspirateur reinigt
das Getreide, indem
er leichtere Teile
mit Luft absaugt und
Bei der Getreideernte gelangen so manche Fremdbestandteile wie Stroh, Spreu, Staub, fremde Körner, Unkraut -samen, Steinchen sowie kleine Eisenteilchen in das Getreide. Diese müssen herausgereinigt werden.
In der Mühle gibt es viele
Geräte für die Reinigung:

schwerere Teile, die größer
als 5 mm oder kleiner als 2 mm
sind - also außerhalb der Grenzen
von Getreide - mit Hilfe
von
Rund - und Schlitzloch -
Schwingsieben
entfernt.

Diese Abfälle reinigt
der
Aspirateur heraus:

Spreu,
leichte Teilchen
kleine Siebabgänge, kleiner und dünner als Getreidekörner
große Siebabgänge z.B. Strohstücke, Maiskörner usw.

Steinausleser und Magnet :

Steinausleser

Magnete ziehen Metallteilchen aus dem Getreide.

Diese Abfälle reinigt der Steinausleser und der Magnet heraus :

Der Steinausleser sondert Steinchen und andere mineralische Fremdstoffe aus. Dies geschieht mit Saugluft über ein vibrierendes Luftkissen, auf dem die leichten Körner von schwereren Steinen getrennt werden.
Magnet

Steinchen Metallteile

Trieur (frz.: Ausleser)

hat die Form einer lang -gezogenen Waschmaschinen -trommel. Hier werden alle Bestandteile ausgesondert,
die
dem Getreidekorn nach Gewicht und Größe ähnlich
sind aber eine andere Form haben.
z.B. Unkrautsamen
oder das Mutterkorn
Diese animierte Grafik stammt von : www.muehle-heiligenrode.de

Trieur in der Mühle
Waben im Inneren der Trieur - Trommel.
Hier passen nur ganz bestimmte Körner hinein

Diese Abfälle
reinigt der
Trieur heraus:

In der Scheuermaschine wird die äußerste Schicht des Korn gescheuert , geschält und gebürstet , ohne dass das Korn wesentlich verletzt oder beschädigt wird. So werden Schmutzpartikel an der Kornoberfläche entfernt.
Um das Getreide optimal vermahlen zu können wird vor der Vermahlung eine exakt dosierte Wassermenge gleichmäßig auf die äußere Schale aufgebracht , um diese elastischer zu machen. Nach einigen Stunden Wartezeit ist die derartig angefeuchtete Schale nun nicht mehr spröde und löst sich bei der Vermahlung leichter vom Mehlkörper.
Mahlen = Zerkleinern + Sieben
Das Herz jeder Mühle seit 150 Jahren: Walzenstühle.
So nennt man die Maschinen, die das Korn
sehr vorsichtig zerkleinern.

Die folgende annimierte Grafik stammt von : www.muehle-heiligenrode.de :

In den Walzenstühlen arbeiten zwei
parallel angeordnete Stahlwalzen. Diese sind unterschiedlich tief geriffelt und drehen sich mit verschiedenen Geschwindigkeiten gegeneinander. Dadurch wird das Getreidekorn im Mahlspalt schonend aufgebrochen und der Mehlkern von der Schale gelöst.
Riffelwalzen aus dem Walzenstuhl

In der modernen Mühle :
Viele Walzenstühle nebeneinander
Alles ist blitzsauber
Man sieht kein Mehl und kein Staub
Das Mahlen von Brotgetreide ist aber noch viel komplizierter:

Bis ein Getreidekorn fertig zu Mehl verarbeitet ist , muß es
16 mal hintereinander zuerst
nur grob und dann immer feiner ganz vorsichtig
im Walzenstuhl zerkleinert und anschließend jedesmal gesiebt werden.



Diese vielen Arbeitsschritte laufen in der Mühle alle gleichzeitig ab. Deshalb stehen dort viele Walzenstühle nebeneinander.
Mehlsiebmaschine : Der Plansichter

Plansichter, geöffnet
Der Plansichter ist ein großer, hin und her schwingender Schrank mit bis zu 27 übereinandergestapelten Sieben unterschiedlicher Maschenweite. In ihm wird das Mahlgut nach Größe sortiert.
Eine weitere Sortiermaschine ist die
Grießputzmaschine. Sie trennt nach spezifischem Gewicht die schweren, großen Mehlteilchen (= Grieß oder Dunst) von den leichteren Kleieteilchen.
Plansichter
Mehl : Größte Feinheit
staubförmig, fein vermahlenes Endprodukt
Dunst : Mittlere Feinheit
noch nicht mehlfein zermahlen, also eine etwas gröbere Fraktion aus dem Mehlkörper des Korns

Mahlen bedeutet:
Vorsichtige wiederholte Zerkleinerung der Getreidekörner und
die Trennung der dabei entstehenden unter -schiedlich großen
Teilchen:
Grieß :
grobe Bruchstücke des Mehlkörpers, Wird entweder weiter zu Mehl vermahlen oder zur Herstellung von Brei oder Panaden genommen.
Die verschiedenen Mehle werden durch unzählige Rohre mit Saugluft (Pneumatik) in der Mühle hin- und hergefördert
Das Mahlen und Sieben wiederholt sich so oft, bis die Schale (Kleie) mit möglichst wenig anhaftenden Mehlteilchen übrigbleibt. Bei jeder Wiederholung
(= Passage) entsteht ein neues Mehl
(= Passagemehl)

Damit der begehrte Mehlkern überhaupt zugänglich wird, muss das Korn zunächst vorsichtig in Längsrichtung aufgebrochen , geschrotet werden. Dabei fallen Kornteile unterschiedlicher größe an, die in einem ersten Siebvorgang sortiert werden. Die größeren und mittleren Kornteile werden mit jeweils anderen Walzen weiter zerkleinert. Wiederum schließt sich an jeden Mahlvorgang ein erneutes Sieben an. Die jeweils anfallenden feinen Partikel, das Mehl, werden abgesaugt und in Silozellen gelagert.
Der Passagetisch: Die Übersicht über alle Mahlprodukte einer Mühle
Durch mischen der verschiedenen Passagemehle wird die Mehltype eingestellt. Die Mehltype gibt nur Auskunft darüber, welche Bestandteile des Korns im Mehl enthalten sind:
Helle Mehle

Typ 405
Type 550
Wenig Anteil an
Randschichten.
Wenig Ballaststoffe .
Ideal für alle
hellen Kuchen und feines Gebäck
Etwas dunkler als
Type 405 . Ideal für
Brötchen und helles Brot
Dunkle Mehle Typ 1050 Dunkles Mehl mit kräftigem Eigen -
geschmack, enthält mehr Anteile aus den Rand - schichten des Korns, mehr Ballaststoffe.
Brotmehl
Vollkornmehle Keine Typenbezeichnung,
weil alle Bestand -
teile des
gereinigten Korns enthalten sind
Dunkel und reich an Ballaststoffen. Für Vollkorngebäck und Vollkornbrot
Mühlen - Internetseiten
für weitere Infos:
www.aurora-mehl.de
www.rosenmehl.de
www.rolandmuehle.de

Zum Brotweizen - Anbau
Brotweizen - Anbau
So wird der Brotweizen auf unserem Betrieb gelagert
Getreidelagerung
Was wir in den Getreideernten 2002 und 2003 erlebten
Getreideernte

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