Wie Rapssaat in der Ölmühle zu Feinem Rapsöl verarbeitet wird :


Der im August gesäte Winterraps blüht im Mai des nächsten Jahres. Geerntet wird dieser Raps dann im August mit dem Mähdrescher. Das Erntegut ist die Rapssaat : Kleine schwarzbraune Körner mit einem Ölgehalt von über
40 Prozent.


Aus der größten Menge Raps wird das Feine Rapsöl hergestellt.

Darüber hinaus gibt es als weitere Varianten noch verschiedene Kaltgepreßte Rapsöl-Spezialitäten.

Öl ist nicht gleich Öl :

Rapsöl ist für eine ausgewogene Ernährung deshalb so optimal, weil seine Fettsäure- Zusammensetzung womöglich noch günstiger ist, als beim besonders gesund geltenden Olivenöl :

Ein hoher Gehalt an Ölsäure, ein moderater Gehalt an Linolsäure und wenig gesättigte Fettsäuren.

Fettsäure-Anteile verschiedener Öle im Vergleich ( in Prozent) :

Der Clou des Rapsöls, beim dem das Olivenöl passen muss : 
Ein relativ hoher Anteil an
Alpha - Linolensäure, einer für Herz und Kreislauf günstigen Omega-3-Fettsäure.

Der hohe Gehalt an
Ölsäure im Rapsöl beeinflusst überaus günstig die Blutcholesterinwerte und kann zudem die Balance der Blutfette allgemein verbessern.

Hinzu kommt, dass Rapsöl auch positive Effekte auf die Blutzuckerregulierung ausübt.
Rapsöl ist Vitamin-E-reich.
Mit 23 mg
Vitamin E pro 100g deckt ein Löffel Rapsöl den täglichen Vitamin - E - Bedarf zu gut einem Drittel. Damit ist auch das Verhältnis von Vitamin E zu den ungesättigten Fettsäuren günstiger als beim Olivenöl.

Unser Raps wird am Mittelland- kanal lose in ein Schiff verladen. Dabei wird zuvor eine Vorreinigung durchgeführt und streng kontrolliert, ob die von der Ölmühle verlangten Qualitätsmerkmale sicher erreicht werden.

Einwandfreie Transport- und Lagerbedingungen haben beim Raps einen entscheidenden Einfluß auf die spätere Rohölqualität in der Ölmühle.

Foto :
Brökelmann + Co


Das auffälligste an einer Ölmühle sind die großen Silos, die erforderlich sind, um besonders während der Erntezeit die heimische Rapssaat aufnehmen und bis zur Verarbeitung lagern zu können.

Die Rapssaat wird bei der Ölmühle mit einem Saugheber aus dem Schiff entladen und gereinigt mittels Sieben, Aspiration und Magnetabscheider. Das Silopersonal zieht von jeder Anlieferung Qualitätsproben.

Im Labor der Ölmühle werden diese Proben auf ihre Inhaltsstoffe untersucht . Nur kontrollierte Rapssaat wird eingelagert und weiterverarbeitet.

Mechanische Aufbereitung

Nach der Reinigung werden die Rapskörner gewalzt.
In den
Walzenmühlen werden die Samen zwischen zwei Walzen aufgerissen und zu kleinen Flocken gepresst, um das in Form kleinster Tröpfchen in den Rapskörnern vorliegende Öl daraus gewinnen zu können.


Viele Walzenstühle nebeneinander

Zu kleinen Flocken gewalzte Rapskörner
Aufbereitung mit Wärme

In großen Konditionierapparaten
wird die Rapssaat
erwärmt. Die Erwärmung und Trocknung ist
wichtig für die weiteren Verarbei-tungsschritte, weil dadurch für die Ölqualität schädliche enzymatische Reaktionen in der Saat verhindert
und zusätzlich die Zellwände der Rapssaat durch Eiweißgerinnung
und Wasserdampfbildung aufgebrochen werden.
Auch wird das Öl flüssiger und die Rapssaat weicher.


In Konditionierapparaten wird die Rapssaat erwärmt und getrocknet.

Schneckenpresse im Einsatz

In großen Schneckenpressen wird das Öl aus der aufbereiteten Rapssaat ausgepresst .


Weil in den ausgepressten
Samen (
Presskuchen) weiterhin
ein Ölanteil von bis zu 15 %
enthalten ist, wird dieses im
folgenden Schritt dem
Presskuchen entzogen.

In der Presserei der Ölmühle sind mehrere große Schneckenpressen nebeneinander im Einsatz.


Rapspresskuchen wird aus der Schneckenpresse herausgefördert


Extrakteur
Das restliche Öl wird aus dem Presskuchen gelöst.

Im Extrakteur durchläuft eine Mischung aus Lösungsmittel und Öl (die sogenannte Miscella) unterschiedlicher Konzentration den Presskuchen und löst dabei das Rapsöl heraus.
Nach der Extraktion wird das Lösungsmittel mit Wasserdampf vom Öl abdestilliert und
dem Prozess wieder zugeführt.

Zurück bleibt das nahezu fettfreie aber eiweißreiche Schrot

Durch die Kombination von Mühle und Extraktion wird das proteinreiche Futtermittel "Schrot" gewonnen, dass
ein hervorragendes, rein pflanzliches Qualitätsfutter in der Rinder-, Schweine-
und Geflügelhaltung ist.


Zur Herstellung dieses Qualitätsfutters
sind nach der Extraktion aber noch
mehrere Arbeitsschritte erforderlich :

1) Erwärmung
2) Abdestillieren und Rückgewinnung des
----Lösungsmittels mit-Wasserdampf
3) Kochprozeß (Toastung), zur Erhöhung
----der Qualität (Verdaulichkeit)
4) Trocknung, um eine Lagerung des
----Schrotes zu ermöglichen .
5) Kühlung


Rapsschrot


Gerät zur Nachbehandlung des extrahierten Rapsschrotes : Erwärmen, Wasserdampfdestillation, Kochen (Toasten), Trocknen, Kühlen

Raffination nennt man ein spezielles mehrstufiges Reinigungsverfahren, bei
dem das rohe Rapsöl von allen unerwünschten Geschmacks-, Geruchs- und Farbstoffen getrennt wird.
Die dabei angewandten Methoden sind heute so optimiert, das die gesunden wertvollen Inhaltsstoffe im Öl geschont werden und erhalten bleiben.
Als Endprodukt erhält man
reines, helles Speiseöl, dass in Lebensmitteltests mit der Note "sehr empfehlenswert" abschneidet.
Entschleimung

Zentrifugen in der Ölmühle
Die im Öl gelösten Schleimstoffe (Eiweißstoffe, Lecithin etc.) beeinträchtigen die Qualität (Trübung) und Haltbarkeit die Rapsöls.
Sie werden in diesem Arbeitsschritt durch Hydrolyse zur Ausflockung, und zum Aufquellen gebracht. Dadurch erhöht sich deren spezifisches Gewicht, sodass man sie mit
Zentrifugen entfernen kann.
Entsäuerung
Die Entsäuerung dient der Entfernung der kratzend schmeckenden freien Fettsäuren, die, wenn sie im Öl verbleiben, auch den Verderb beschleunigen würden (ranzig werden).
Die Abtrennung erreicht man durch Zugabe von 15 % iger Natronlauge und anschließendem Auswaschen des Öls mit Wasser.
Bleichung

Apparate zur Bleichung des Rapsöls
in der Ölmühle
Die Bleichung erfolgt durch Zugabe von Tonerde (Bleicherde). Diese bewirkt wegen der porösen Oberflächenstruktur der Teilchen eine Aufnahme der Farbteile des Rohöles (Bleichung) und bindet außerdem restliche Verunreinigungen (Metallspuren etc.)
Dieser Prozess erfolgt bei 60 - 90 °C unter langsamen Rühren und unter Luftabschluß. Die Bleicherde wird durch
Filtration wieder vom Öl getrennt.
Kältebeständig machen (Winterisierung)
Mit dieser Methode werden Öle kältebeständig gemacht. Hierzu werden die Wachse, die aus den Fruchtschalen der Rapssamen entstammen, aus dem Öl entfernt. Eine rasche Abkühlung des Öles auf ca. 4 - 6 °C bewirkt, dass es zum Auskristallisieren der Wachsteile kommt. Öl und Wachs werden anschließend durch Filtration voneinander getrennt.

Dämpfung (Desodorierung)

Desodorieranlage in der Ölmühle
Zum Schluß wird das Öl auf natürliche, physikalische Weise durch Dämpfung in der Desodorieranlage veredelt. Unter völligem Luftabschluss wird es auf 220 °C erhitzt und mit Wasserdampf in Kontakt gebracht. Der Wasserdampf nimmt restliche Verunreinigungen, vor allem unangenehme Geruchsstoffe und gesundheitsschädliche Rückstände aus der Umweltbelastung der Saat mit. Die Abkühlung erfolgt ebenfalls unter Vakuum.

Aus diesem ganzen Raffinationsprozess geht ein meist
gerucharmes, geschmacklich abgerundetes, hellgelbes Speiseöl hervor .

Feines, raffinierte Speiseöl kann in der Küche sehr flexibel, d.h. in der kalten und warmen Küche eingesetzt werden, weil es den Eigengeschmack der Speisen nicht dominiert. Andererseits bleiben die natürlichen positiven Bestandteile des Rapsöls, wie die gesunden essentiellen Fettsäuren und Vitamin E bei der Herstellung weitgehend erhalten.

Foto :
Brökelmann + Co



Qualtiätskontrolle im Untersuchungslabor

Das feine raffinierte Speiseöl wird "mühlenfrisch" abgefüllt, was bedeutet, dass zwischen Erzeugung und Abfüllung kurze Zeiträume und keine langen Transporte liegen, die die Ölqualität benachteiligen könnten.
Von der Saatannahme bis zur Abfüllung werden ständig
Qualitätskontrollen durchgeführt durch das Labor der Mühle und auch unabhängiger Laborinstitute, um eine optimale Qualität des sensiblen Produktes Speiseöl sicherzustellen.
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